10.12.2023 19:29 Alter: 123 Tage

Dorfladen in Not – Bericht von der Generalversammlung

Schlechte Nachrichten mussten Vorstand und Aufsichtsrat des Dorfladens in Waldhausen den Mitgliedern auf der diesjährigen Genossenschaftsversammlung verkünden. Auf der Tagesordnung stand der Jahresabschluss 2022 und die wirtschaftliche Lage des Ladens.


Dieses Jahr feiert der Dorfladen sein 7-jähriges Jubiläum. Er ist das Ergebnis eines herausragenden ehrenamtlichen Engagements und von Menschen, die der Genossenschaft aus Überzeugung beigetreten sind. Ihr Ziel war und ist es, im größten Teilort der Stadt Lorch eine wohnortnahe Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern, eine Wiederbelebung des Ortskerns sowie einen Ort der Begegnung für  Jung und Alt zu ermöglichen und damit die Lebensqualität im Ort zu erhöhen.  All diese Ziele wurden erreicht wie auch die Bürgerbefragung zum Stadtentwicklungsprogramm der Stadt Lorch ergab.

 

Allerdings muss sich der Dorfladen auch wirtschaftlich tragen.  Und hier sieht es seit 2020 schlecht aus. Der dringende Aufruf auf der letztjährigen Generalversammlung,  im  Dorfladen mehr einzukaufen, war leider nur kurzfristig erfolgreich. Auch 2022 lagen die Umsätze unterhalb des Notwendigen bei gleichzeitig steigenden Kosten für Strom, Heizung, Personal und Wareneinkauf, was Frieder Wahl vom Vorstand und Thorsten Fritz vom Aufsichtsrat an den vorgelegten Zahlen eindrücklich zeigen konnten. Mit Beginn des Jahres 23 wurden Sparmaßnahmen eingeleitet: Öffnungszeiten wurden gekürzt  und hauptamtliches Personal reduziert, was vermehrt ehrenamtlichen Einsatz bedeutet.  Hoher krankheitsbedingter Personalausfall zwingt nun noch dazu, den  Laden im gesamten Dezember nachmittags zu schließen.  Zwar liegen die Zahlen für 2023 noch nicht vollständig vor, dennoch sind die Aussichten in Bezug auf den Umsatz düster, so dass zu befürchten ist, dass der Dorfladen das Jahr 2024 nicht übersteht.

 

Nach der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat  wurde der Vorstand ermächtigt, sich nochmals mit einem aufrüttelnden Brief an die Bevölkerung zu wenden, in dem u.a. dringend dafür geworben wird, dem Dorfladen angesichts der jetzigen Situation eine Spende (ggf. jährlich) zukommen zu lassen, vor allem aber den Dorfladen durch regelmäßige größere Einkäufe zu unterstützen. Allein vom Verkauf  von Backwaren oder einer Tageszeitung kann der Dorfladen nicht überleben!